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DAB aKTUELL

Am Puls der Zeit

Auf dieser Seite berichten wir von Power FM-Network in unregelmässigen Abständen über die Entwicklung im Bereich des privaten, digitalen Rundfunks in der Schweiz:

Am 22.Detember 2004 hat die Aargauerzeitung einen Bericht über die Haltung der Aargauer Regierung betreffend der UKW-Landschaft publiziert. Wir erlauben uns an dieser Stelle, den Bericht mit unserer Sicht der Dinge zu ergänzen:
 

Aargau setzt weiterhin auf UKW-Radio

Die Aargauer Regierung hält trotz digitalem Radio (DAB) weitere Investitionen in die UKW-Technik für sinnvoll. DAB- Investitionen sollten derweil aus SRG-Gebühren finanziert werden, hält sie in einer Anhörungsantwort an den Bund fest.

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) wollte von den Kantonen und andern Stellen nebst anderem wissen, ob sich Investitionen in die UKW-Technik noch lohnen, da digitales Radio über kurz oder lang einen völlig störungsfreien Empfang ermöglichen werde. Die Aargauer Regierung sieht aber UKW auf weiteres noch als Haupttechnik, wie sie am Mittwoch mitteilte.

UKW im Aargau weiter nötig - Weitere Investitionen der Radio-Betreiber in diese Verbreitungstechnik für Radioprogramme seien sinnvoll. Gerade für den Grenz- und Mittelandkanton Aargau sei die Verbesserung des UKW- Empfangs der eigenen Programme Radio «Argovia», Regionaljournal Aargau-Solothurn von Schweizer Radio DRS und Radio «Kanal K» weiterhin nötig.

Die neue digitale Technik erfordere Investitionen in der Grössenordnung von 200 Mio. Fr. sowie die Bereitschaft der Konsumenten, neue Empfangsgeräte zu kaufen. Die Ablösung der Ultrakurzwelle (UKW) durch Digital Audio Broadcasting (DAB) werde daher noch einige Zeit auf sich warten lassen.
 

Zusatzfrequenzen für Privatradios

Gleichzeitig wäre eine weitere Verdichtung der UKW-Frequenzen, so dass mehr Programme mit geringerem Frequenzabstand auf Sendung gehen könnten, aus Sicht der Regierung möglich. Dabei spricht sie sich dafür aus, die Zusatzfrequenzen den Privatradios zu reservieren, dies im Interesse der Marktnähe der Programme.

Für ein sprachregionales Privatradio, das in Konkurrenz zu Radio DRS die gesamte Deutschschweiz abdecken würde, sei der Markt jedoch zu klein, hält die Regierung weiter fest. Diesen Vorschlag hatte die Berliner GoldMedia GmbH in einer im Auftrag des Bakom erstellten Studie gemacht.
 

DAB-Finanzierung aus SRG-Gebühren

Nach Ansicht der Aargauer Regierung werden zudem sinkende Werbemargen und eine noch grössere Programmvielfalt zu noch schärferer Konkurrenz und Konzentration im Radiomarkt führen. Betreffend die Programmvielfalt verweist sie dabei auf die Möglichkeit von Spartenprogrammen mit individueller Nutzung durch die Hörerschaft.

Die Investitionen in DAB sollten daher aus den Fernseh- Werbeeinnahmen und Empfangsgebühren der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) finanziert werden, fordert die Regierung. Für ein solch pragmatisches Vorgehen spricht aus ihrer Sicht das Interesse der Programmvielfalt und Chancengleichheit unter den Privatradios.
 

Kommentar

Bereits das jetzige DAB-Netz, welches momentan bedauerlicherweise nur von der SRG benutzt werden kann, wurde mit Gebühren finanziert. Um DAB zu fördern sind auch wir von Power FM-Network für den sog. Technologiefranken. Wir fordern jedoch das sofortige Recht auf Mitbenutzung der bestehenden Infrastruktur durch private Anbieter.

UKW wird auch weiterhin eine wichtige Rolle in der Versorgung der Schweiz mit Radioprogrammen spielen. Jedoch sollten bestehenden UKW-Konzessionären auferelgt werden, ihr Programm auch auf DAB zu verbreiten um den Umstieg (auch aus Gründen der Attraktivität)voranzutreiben.

Der Empfang von Radio Argovia ist, wie der von SRG-Programmen, bereits völlig ausreichend, wenn nicht sogar überdimensioniert. Vor allem der kürzlich in Betreib genommene Sender DRS1 vom Chestenberg hat die privaten Anbieter verärgert und ist aus unserer Sicht umgehend zu streichen, bzw. einem neu zu konzessionierenden, dritten Privatradio abgetreten werden.

Für die Versorgung des Aargaus mit DAB-T liegend die Kosten nach den von uns eingeholten Offerten im unteren, einstelligen Millionenbereich. Auch die DAB-Empfangsgeräte liegen mit 200-250 Franken im Preisbereich der guten UKW-Empfänger. Da bei allen DAB-Autoradios weiterhin UKW empfangen werden kann, lohnt sich bei Neuanschaffungen die Wahl auf einen DAB-Empfänger zu richten.
Neue Frequenzen sollten in erster Linie dem nichtkommerziellen Kanal K sowie einem neu zu konzessionierenden Spartenradio zugute kommen, da die Versorgung der anderen Veranstalter (SRG, Argovia) ausreichend ist.

Diese Aussage ist unser Ansicht nach eindeutig falsch. Sprachregionale Programme wie Radio 105 oder Swiss Music Radio würden eindeutig von der zusätzlichen Verbreitung über UKW profitieren. Auch andere Spartenradios währen erst ab dieser Grösse zweifelsfrei überlebensfähig.

Radio Argovia bzw. die AZ-Mediengruppe hat im Aargau eindeutig eine Monopolstellung in Sachen Werbung. Erst ein weiterer Veranstalter könnte den Werbemarkt beleben und die überhöhten Preise langfristig senken.

Der Bund hat umgehend dafür zu sorgen, dass der Medienmarkt soweit liberalisiert wird, dass zwischen allen Veranstalter, ob bestehend oder neu, ein Wettbewerb spielen kann.

Christian Huber, CEO